Arbeitskleidung / 0 Kommentar

Die über 150-jährige Geschichte der Arbeitsjeans

20 Sep 2017 6:00

Der Siegeszug der Arbeitsjeans begann bereits im 19. Jahrhundert. Es gibt vermutlich kaum jemanden, der nicht mindestens eine Jeanshose in seinem Kleiderschrank  hat. Das robuste und vielseitig einsetzbare Kleidungsstück begleitet die Mode- und Arbeitswelt seit ihrer Erfindung bereits mehr als über ein Jahrhundert lang.

Arbeiter mit Arbeitsjeans

Ca. 1850 – 1920: die Jeans, ein Pionier der Arbeitskleidung

Levi Strauss, der in Franken geboren wurde und als Auswanderer 1847 nach San Francisco ging, fertigte für Goldgräber, Bergleute und andere Schwerstarbeitende robuste Arbeitshosen. Ursprünglich waren dies Hosen aus Baumwolle, die aus der Gegend um die italienische Stadt Genua in die USA kamen. Aus der französischen Form des Städtenamens „Gênes“ entwickelte sich in Amerika die Aussprache „Jeans“. Die „Gênes“ waren aus dem Stoff „Serge de Nîmes“ (Gewebe aus der Stadt Nîmes), kurz Denim Jeans.

Und so nahm die Geschichte der Arbeits-Jeanshose als Pionier der Arbeitsbekleidung ihren Lauf. Seit ihrer Erfindung durch den Händler Levi Strauss im Jahre 1853, waren Jeans zukünftig im Leben von Arbeitern allgegenwärtig.

1920 – 1970: Von der Arbeitsjeans zur Freizeitjeans

Mit dem aufkommenden Wohlstand in den amerikanischen Städten an der Ostküste, kamen Jeans ab 1920 als Freizeithosen zum Einsatz – wie zum Beispiel auf vielen Cowboy-Ranchen. Dabei wurde auch ein erstes Frauenmodell hergestellt. Aber im Wesentlichen waren bis in die 1950er Jahre Jeanshosen nur in Unisex Standardformen erhältlich.

Auch Levi Strauss benutzte das Bild des Cowboys, der Jeans trägt, in seiner Werbung. Der Grundstein für die Popularität der Jeanshose war gelegt. Einige Zeit später, im Jahre 1935, wurde die Jeans ein modisches Kleidungsstück. Zum ersten Mal erschien sie auch auf dem Cover einer sehr beliebten Zeitschrift, nämlich der Vogue.

Während des Zweiten Weltkrieges war Jeanskleidung dann auch Bestandteil der US-Armeeuniform. In der Nachkriegszeit, verbreiteten sich die überschüssigen Armeejeansbestände schließlich in Westeuropa über sogenannte „Army Surplus Shops“. Durch amerikanische Filme, in denen Jeans getragen wurden, sowie durch Werbung, wurde die Jeans immer populärer. 1950 wurde die Jeans sogar zum Symbol der Revolte der jüngeren Generation.

Neben dem aufkommenden Wohlstand in den Industrieländern und dem zunehmendem globalen Handel, verhalfen die gesellschaftlichen Um- und Aufbrüche von Film, Musik und Jugendprotest der ursprünglichen Arbeitshose endgültig zum Durchbruch als Symbol- und Kultobjekt. Marken wie Levis, verhalf dies zu großem Erfolg. Gleichzeitig kamen in Europa die ersten Nachahmerprodukte auf (Mustang in Deutschland, Lois in Spanien, Lee Cooper in England/Frankreich, Rifle in Italien).

In den 1960er Jahren wurde die Jeans von der Hippie-Bewegung entdeckt, die sie mit Baumwollblumen, Perlen und anderen hochfarbigen Designs personalisierten. Diese Personalisierung machte die Jeans vor allem bei Jugendlichen noch beliebter und bezeichnete die Zugehörigkeit zu einer Bewegung.

Zu Beginn der 1970er Jahre erreichte die Schlagjeans ihren Höhepunkt. Zudem verbreiteten sie sich in ganz Europa von der Arbeits- und Freizeithose zum Alltagsobjekt, welches auch älteren Personen zunehmend zu tragen begannen. Das Ergebnis:  die Marken- und Stilvielfalt bezüglich Farben und Stoffarten explodierte, die Jeans verbreiteten sich global auf der ganzen Welt.

1980 – heute: Jeanshosen als nicht mehr weg zu denkendes Kleidungsstück

In den 1980er waren Jeans schließlich in der Gesellschaft und in allen sozialen Klassen allgegenwärtig. Eine weitere Besonderheit der 1980er Jahre waren die ersten Jeans speziell für Damen. Die Passform dieser Damenjeans wird in der Literatur als den „Po betonend und in der Taille eng und einschnürend sitzend“ bezeichnet.

1990 wurden Jeans von Männern genauso wie von Frauen getragen. Die Jeans wurde ein echtes Mode-Markenzeichen, dass nicht mehr nur als Arbeitskleidung sondern als Zeichen der Zugehörigkeit getragen wurde. Ihre primäre Funktion, nämlich die der Arbeitshose, war so gut wie verschwunden.  Erst Ende der 90er Jahre, als die Vereinigten Staaten den sogenannten „Casual Friday“ einführten, tauchte die Jeans in der Arbeitswelt wieder häufiger auf. Damit wurde von der strengen Kleiderordnung abgerückt und die übliche Geschäftskleidung durch legere Alltagskleidung ersetzt.

Die Mehrheit der Angestellten trugen an den Freitagen das gleiche wie vor 100 Jahre zuvor für Arbeiter erfunden: die Jeans. Bis heute tragen wir bei –fast – jeder Gelegenheit gerne Jeans. Ob in der Freizeit oder bei der Arbeit. Die vielen verschiedenen Varianten ermöglichen es uns, unsere geliebte Jeans immer und überall tragen zu können. Die Geschichte dieses Kleidungsstück, das ursprünglich für Arbeiter entworfen wurde, ist eine echte Erfolgsgeschichte.

Veröffentlicht von Annaleen
Ich bin im Sekretariat von WÜRTH MODYF tätig, der Vermittlungsstelle im Unternehmen. Hier bin ich in alle organisatorischen Abläufe eingebunden und bin Ansprechpartner für Kollegen und Kunden. Mehr über Annaleen erfahren >

Kommentar hinterlassen

Du möchstest keinen Beitrag verpassen?