Sicherheitsschuhe / 6 Kommentar

Das Sohlen Einmaleins: Sohlen und ihre Materialien

27 Feb 2018 2:00

Verschiedene Sicherheitsschuhe haben unterschiedliche Sohlen. Doch welches Sohlen Material ist für welche Arbeitsumgebung am besten geeignet und welche Vorteile hat welche Sohle? Die Auswahl zwischen PU, TPU oder Gummisohlen ist nicht ganz einfach. Mit unserem Überblick erklären wir die wichtigsten Unterschiede.

Sicherheitsschuhe & ihr Sohlen Material

Bei den meisten Sicherheitsschuhen besteht die Sohle entweder aus Polyurethan, thermoplastischem Polyurethan oder aus Gummi bzw. Nitril. Jedes Sohlen Material hat dabei seine bestimmten Eigenschaften vorzuweisen.

Vorteile & Nachteile: Sohlen Material Polyurethan (PU):

Polyurethan ist ein aufgeschäumter Kunststoff. Das Besondere sind die Polymere, die sich mittels Schaumstoffverbindung zu einer mikroporösen Struktur entwickeln. Die Schaumstoffbildung ist bei diesen Sohlen wichtig, da so leichte Sohlen mit flexiblen Formen geschaffen werden können.

Daher haben PU Sohlen auch ein geringeres Gewicht und ein sehr komfortables Dämpfungsverhalten – welches für die Gelenke besonders schonend ist. Das ist wichtig, denn in Sicherheitsschuhen verbringt man meist an einem Arbeitstag nicht weniger als 8 Stunden.

Eine Polyurethan Sohle zeichnet sich außerdem durch eine hohe Festigkeit gegenüber Flüssigkeiten wie Benzin oder Chemikalien aus. Beim Tragen entsteht auf empfindlichen Böden kein sichtbarer Abrieb – solche Sohlen nennt man „nicht kreidend“. PU-Sohlen sind zudem die eher etwas preisgünstiger Variante.

Als Nachteil wird jedoch auch oftmals eine geringere Abriebfestigkeit im Gegensatz zu Gummisohlen genannt. Ebenfalls wird oft beschrieben, dass die Reinigung schwieriger ist, da das mikroporöse Gewebe der Sohle leichter Schmutz aufnimmt und dieser bei Nässe leichter eindringen kann.

Was sind Sohlen aus thermoplastischem Polyurethan (TPU)?

Was ist TPU? TPU ist ein thermoplastischer Kunststoff, also ein Kunststoff, der sich in einem bestimmten Temperaturbereich verformen lässt. Dieser Kunststoff vereinigt die Eigenschaften von Kunststoffen und Gummi (Natur- oder Synthesekautschuk) miteinander. TPU benötigt keine Weichmacher.

Eine Sohle aus thermoplastischem Urethan versichert auch bei nassen Bedingungen einen festen und sicheren Stand, hat also eine sehr gute Nass-Rutschhemmung. Auch diese Sohlen weisen ein geringes Gewicht auf und haben keinen sichtbaren Abrieb, sind also ebenfalls nicht kreidend. Außerdem weist TPU eine sehr hohe Knick- und Reißfestigkeit auf und ist Witterungsbeständig. Es bleicht in der Sonne nicht aus und seine Eigenschaften bleiben auch bei sehr tiefen Temperaturen erhalten.

Obwohl man bei Kunststoff immer an Umweltbelastung denkt, bildet TPU eine lobenswerte Ausnahme. Dieser Kunststoff lässt sich recyceln, verrottet auch innerhalb von 2 Jahren im Boden und belastet keine Umwelt. Sohlen die zudem als zweite Komponente einen Natur-Kautschuk enthalten, sind besonders weich und flexibel.

Was ist bei Gummi- bzw. Nitrilsohlen zu beachten?

Gummi- oder Nitrilsohlen eignen sich  bei Arbeiten mit sehr hohen Temperaturen und bei häufigem Kontakt mich chemischen Substanzen. Solche Sohlen sind äußerst widerstandsfähig und versprechen ausreichend Schutz. Die Rutschhemmung ist besonders gut und außerdem ist die Sohle mechanisch und thermisch stark belastbar. Eine Laufsohle mit zusätzlicher HRO-Kennzeichnung ist bis 300° Kontaktwärme hitzebeständig.

Bei dicken Gummisohlen mit viel Profil besteht allerdings der Nachteil, dass sie schwerer sind als andere Sohlen. Beim Tragen lassen sie die Füße eventuell schneller schwer werden.

Veröffentlicht von Paula
Ich bin Paula von Würth MODYF. Auf unserem Blog beantworte ich euch die wichtigsten Fragen rund um das Thema Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhe. Außerdem erfahrt ihr von mir die neueste Trends in Sachen Workwear sowie Neuheiten aus unserem Unternehmen.

Kommentar (6)
Hildegard Jansen / 17/09/2019 /

Und wofür steht nun TR???
Sind diese Sohlen auch so rutschfest wie Gummisohlen?
LG,
Hilde Jansen

Iris / 26/09/2019 /

Hallo Hildegard, du meinst sicherlich TPR – TR ist uns nicht bekannt. TPR steht für „Thermoplastic Rubber“ oder auf deutsch „Thermoplastischer Gummi“ und ist ein Thermoplastisches Elastomer. Es handelt sich um einen Gummi, der sich unter Hitzeeinwirkung verformen lässt. Die Eigenschaften und Vorteile von TPR sind: Leichte und wirtschaftliche Verarbeitung, extreme ästhetische Vielfalt sowie vollständige Recyclingfähigkeit. Die Sohle ist genauso rutschfest, hat einen geringeren Abrieb und bietet hervorragende Tritteigenschaften

zimmermann / 26/11/2020 /

Hallo !
wofür steht TPS ?
sind schuhe mit der sohle angenehm zu tragen?
( evtl.weicheres tragen bzw. auftreten )
NfG zimmermann

Iris / 10/09/2021 /

Hallo, TPS steht für „Thermoplastische Stärkepolymer“, es ist bilogisch abbaubar, also ein Biokunststoff. In Kombinationen mit anderen Biopolymeren
ist es ein wasserabweisendes Material. Es wird kaum zur Sohlenherstellung von Schuhen verwendet, da es sehr dünn ist. Es wird häufiger zur Herstellung von Folien wie Biobeutel verwendet.

Gundula Brink / 04/06/2021 /

Hallo!
Ich habe mal eine Frage.
ich habe einen Schuh „Paulina“ der Firma Bär gekauft.
In der Beschreibung steht : abriebfeste Move-Sohle aus Leicht-PU mit Gummiprofil.
Diese Sohle rutscht auf nassen Asphalt, altem Kopfsteinpflaser und im Auto von den Pedalen.
Die Firma argumentiert so, das ich die Sohlen „abgelaufen“ hätte, und deshalb keine Rutschsicherheit mehr gegeben wäre. Sie böten mir für 30,00 Euro Selbstbeteiligung eine neue Besohlung mit der gleichen Sohle an. Die ja aber rutscht.
Der Schuh war 4 Wochen alt, als ich sie reklamierte.
Darf in so kurzer Zeit solch Sohle überhaupt schon“ abgenutzt“ sein?
Und haben Sie Erfahrung mit solcher Art Sohlen?
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar!
Mit freundlichen Grüssen
Gundula Brink

Iris / 08/09/2021 /

Hallo Gundula, die Langlebigkeit der Schuhsohle hängt von der Dauer und Häufigkeit der Benutzung ab. Bei normalen Gebrauch, ca. 40 Stunden in der Woche, sollte die Sohle eigentlich schon etwas länger als 4 Wochen halten. Die meisten Schuhe „halten ca. 1 Jahr durch“. Natürlich kommt es aber auch darauf an, wo sie sich aufhalten: heißt in Innenräumen oder auf einer Baustelle draußen. In Außenbereichen nutzen sich Sohlen schneller ab. Würth MODYF hat viele Modelle mit PU-Gummi-Laufsohlen. Schauen Sie sich doch Online einfach mal um: https://www.modyf.de/sicherheitsschuhe

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